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Pressestimmen

Neue (musikalische) Blätter

Hören und Staunen mit Buxtehude

Sächsisches Vocalensemble schloss Karwoche in der Annenkirche ab

Matthias Jung ist mit seinem Sächsischen Vocalensemble schon oft eine ausgesprochen intensive thematische Annäherung gelungen […] So wandten sich das Sächsische Vocalensemble und die Batzdorfer Hofkapelle am Karfreitag in der Annenkirche ganz explizit dem Leiden und Sterben Jesu zu und verbanden zwei Werke, zwischen deren Entstehen mehr als dreihundert Jahren lagen – 17. und 20. Jahrhundert gaben sich dabei die Hand.
Das Vocalensemble formulierte [in John Taveners „Svyati“] einen Dialog und Austausch, bei dem die Sänger im Halbkreis im vorderen Kirchenschiff standen, während im Zentrum desselben das Violoncello von Isang Enders eine im doppelten Sinne zentrale Rolle übernahm. Aus der Stille klang es hervor, worauf zunächst die Bässe mit einem Summton antworteten. Die Raumwirkung blieb außerordentlich: allumschließend der Chor, während das Cello ein Lied in Form eines Klagegesangs anstimmte. Isang Enders füllte somit die Rollen eines Solisten wie die eines Begleiters aus: den Text trug das Vocalensemble vor, aus deren Stimmen sich die Worte nach und nach, mit den Tenören im Zentrum, herauskristallisierten.
[…] Am Freitagabend begeisterte das Sächsische Vocalensemble vor allem mit [„Membra Jesu nostri“ von Dieterich Buxtehude“,] diesem für viele wohl noch unbekannten Werk. Im Wechsel mit den Solisten Dorothea Wagner und Birgit Jacobi-Kircheis (Sopran), Jean-Max Lattemann (Altus), Christian Kircheis (Tenor) und Meinhardt Möbius (Bass) entstand eine geradezu meditative Atmosphäre […] Der Hörgenuss schloss gleichermaßen die von der Barockformation bis zum Gambenconsort wechselnde Orchesterbesetzung ein, so wie sich die unterschiedlichen Schattierungen im Chor spiegelten. […]

Wolfram Quellmalz